Die Rolex GMT-Master II 126713GRNR: Die elegante Seite von Gotham

Es gibt Uhren, die einen Raum betreten wie ein Rockstar auf Stadiontour. Und dann gibt es die Rolex GMT-Master II 126713GRNR. Sie ist eher der Typ Mensch, der leise den Mantel ablegt, einen perfekt sitzenden Anzug trägt und erst auffällt, wenn jemand bemerkt, dass seine Manschettenknöpfe vermutlich mehr kosten als ein Kleinwagen.

Die GMT-Master II 126713GRNR gehört genau in diese Kategorie.
Grau, Schwarz, ein Hauch Gelbgold und ein Jubilee-Armband, das in der Bicolor-Kombination einen fast schon schmuckartigen Charakter verleiht.

Wer dabei sofort an den Spitznamen „Bruce Wayne“ denkt, liegt nicht ganz falsch, und doch nicht ganz richtig.
Offiziell trägt diesen Namen die rein stählerne Schwesterreferenz 126710GRNR. Die 126713GRNR hingegen läuft in Sammlerkreisen unter dem Namen „Zombie“, angeblich wegen der gedämpften, fast leblos wirkenden Grautöne der Lünette, die im Vergleich zu den extrovertierten Pepsi- oder Batman-Varianten beinahe zurückhaltend erscheint.

Die Designsprache bleibt dennoch dieselbe: dunkel, technisch, gefährlich-elegant.
Eben Bruce Wayne, diesmal allerdings mit goldenen Manschettenknöpfen statt Tarnanzug.

Die Rückkehr des Gelbgolds

Rolex hatte Gelbgold ab 2019 still und leise aus der GMT-Master-II-Kollektion verschwinden lassen. 2023 kehrte das Material zurück, sowohl als Yellow Rolesor als auch in Vollgold. Gleichzeitig präsentierte Rolex eine völlig neue Lünetten-Farbkombination und erstmals überhaupt eine moderne GMT-Master II mit Jubilee-Armband in Edelmetall-Ausführung.

Drei Premieren auf einmal.

Rolex macht so etwas selten, und nur mit der Selbstsicherheit einer Manufaktur, die genau weiß, dass sie sich keine Fehltritte leisten muss.
Jegliche Parallelen zu gewissen italienischen Elektroauto-Präsentationen sind selbstverständlich rein zufällig.

Die 126713GRNR debütierte auf der Watches & Wonders 2023 gemeinsam mit ihrem stählernen Pendant (dem eigentlichen „Bruce Wayne“) sowie der Vollgold-Version.
Sie positioniert sich genau zwischen diesen beiden Welten: weniger puristisch als Stahl, weniger opulent als Vollgold. Eine Uhr, die gleichzeitig Werkzeuguhr und Schmuckstück, Sportmodell und Statussymbol sein möchte, und genau darin ihre Stärke findet.

Gehäuse, Zifferblatt und Lünette

Das Gehäuse misst 40 mm bei einer Höhe von 11,9 mm und einer Lug-to-Lug-Distanz von rund 48 mm, exakt die Proportionen der aktuellen GMT-Generation, identisch mit Batman, Pepsi oder Sprite. Hier wird nichts neu erfunden, sondern intelligent kombiniert.

Zum Einsatz kommt Yellow Rolesor: Oystersteel für Hörner, Gehäuseteile und äußere Bandglieder, kombiniert mit 18-karätigem Gelbgold an Lünette, Krone und mittleren Bandgliedern.

Die verschraubte Triplock-Krone garantiert wie gewohnt 100 Meter Wasserdichtigkeit, ein Wert, der weniger wegen tatsächlicher Taucheinsätze relevant ist, sondern vielmehr als Hinweis auf die robuste und langlebige Konstruktion dient.

Das eigentliche Schauspiel findet jedoch auf der Lünette statt. Der zweifarbige Cerachrom-Einsatz in Grau und Schwarz wirkt deutlich subtiler als frühere GMT-Farbschemata. Während bei der Stahlversion der Kontrast stark hervortritt, verschmilzt er bei der Vollgold-Variante beinahe vollständig.

Die 126713GRNR trifft genau die Mitte.

Schwarz symbolisiert die Nacht, Grau den Tag – deutlich eleganter und diskreter als das extrovertierte Blau-Rot einer Pepsi.
Die 24-Stunden-Zahlen sowie die Indizes sind mit Gelbgold ausgelegt und finden ihre Fortsetzung auf dem schwarzen Zifferblatt mit applizierten, goldumrandeten Stundenmarkierungen sowie dem charakteristischen GMT-Zeiger.

Das Werk

Im Inneren arbeitet das Kaliber 3285, ein modernes Automatikkaliber mit beidseitig aufziehendem Rotor, Chronergy-Hemmung, paramagnetischer blauer Parachrom-Spirale und rund 70 Stunden Gangreserve.

Der entscheidende Punkt für Vielreisende: Der Lokalstundenzeiger lässt sich unabhängig verstellen und bietet damit echte GMT-Funktionalität, nicht nur eine zweite 24-Stunden-Anzeige.

Wie alle aktuellen GMT-Master-II-Modelle trägt auch diese Referenz die Zertifizierung „Superlative Chronometer“ mit einer Ganggenauigkeit von −2/+2 Sekunden pro Tag.

Das Jubilee-Armband: Der heimliche Star

Der eigentliche Hauptdarsteller dieser Referenz ist jedoch das Jubilee-Armband.

Zum ersten Mal kombiniert Rolex bei einer modernen GMT-Master II ein zweifarbiges Jubilee-Band aus Oystersteel und Gelbgold. Satinierte Außenglieder treffen auf polierte Mittelglieder aus 18-karätigem Gold, ergänzt durch Oysterlock-Sicherheitsfaltschließe und Easylink-Verlängerungssystem.

Technisch klingt das nüchtern. Am Handgelenk fühlt es sich jedoch wie ein echtes Upgrade an.

Das Jubilee trägt sich weicher, flexibler und geschmeidiger als das klassische Oyster-Band. Gerade in Kombination mit den goldenen Mittelgliedern entsteht fast der Eindruck eines luxuriösen Schmuckstücks.

Fazit

In den ersten Wochen nach Vorstellung kursierten übrigens auch Spitznamen wie „Bumblebee“ oder „Wolverine“. Wahrscheinlich wären beide passender gewesen als „Zombie“. Doch wie so oft in der Uhrenwelt gewinnt am Ende einfach der Name, der in den Foren zuerst hängen bleibt.

Letztlich spielt das aber keine Rolle.

Die Rolex GMT-Master II 126713GRNR ist vermutlich die erwachsenste GMT der aktuellen Generation. Sie verzichtet auf die extrovertierte Exzentrik der Pepsi, auf die demonstrative Opulenz der Vollgold-Version und auf die kompromisslose Sachlichkeit des Stahl-„Bruce Wayne“.

Stattdessen beherrscht sie die schwierigste Disziplin überhaupt: zurückhaltend Eindruck zu machen.

Wenn die stählerne „Bruce Wayne“ der maskierte Rächer ist, dann ist die 126713GRNR Bruce Wayne im Smoking, auf dem Weg zu einer Wohltätigkeitsgala, von der niemand ahnt, wer sie heimlich finanziert.

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