Rolex GMT-Master II 126718GRNR Tiger Iron: Ein Zifferblatt mit 2,5 Milliarden Jahren Geschichte



Mit dieser Uhr tragen Sie ein Stück Australien am Handgelenk.
Genauer gesagt: 2,5 Milliarden Jahre Erdgeschichte, verdichtet, geschichtet und poliert zu einer Tiefe und Lebendigkeit, die Lack- oder Emailzifferblätter kaum erreichen können.

Die Rolex GMT-Master II Ref. 126718GRNR, vorgestellt im Jahr 2025, verfügt über etwas, das selbst für Rolex eine echte Neuheit darstellt: ein Zifferblatt aus Tiger Iron, einem metamorphen Gestein aus dem Präkambrium, das in den abgelegenen Hamersley-Bergen in Westaustralien vorkommt.

Rolex hat in den vergangenen Jahrzehnten bereits mit Meteoriten, Onyx, Lapislazuli und Koralle experimentiert. Doch Tiger Iron feiert mit dieser Referenz seine Premiere im Rolex-Katalog, und hebt das Thema Natursteinzifferblätter auf ein völlig neues geologisches Niveau.

Bewährte GMT-Master II Technik trifft auf uralte Natur

Die technischen Eckdaten entsprechen dem, was man von einer GMT-Master II erwartet:

40 mm Gehäusedurchmesser
18 Karat Gelbgold
48 mm Lug-to-Lug
12 mm Bauhöhe
100 Meter Wasserdichtigkeit dank Triplock-Krone
Verschraubter Gehäuseboden
Schwarze und graue Cerachrom-Lünette („GRNR“ für gris noir – Grau-Schwarz)

Mit einem Gewicht von rund 229,5 Gramm ist die Uhr alles andere als zurückhaltend. Die Kombination aus massivem Gelbgold und der dunklen Keramiklünette sorgt jedoch für eine ausgewogene Optik und lenkt den Blick auf das eigentliche Highlight: das Zifferblatt.

Tiger Iron: Ein Kunstwerk der Natur

Tiger Iron ist kein einzelnes Mineral, sondern ein außergewöhnliches Gestein aus drei unterschiedlichen Bestandteilen:

Goldbraunes Tigerauge
Tiefroter Jaspis
Silbrig-schwarzer Hämatit

Seine Entstehung begann vor rund 2,5 Milliarden Jahren in flachen Meeresbecken der Urzeit. Durch komplexe geologische Prozesse bildeten sich über Millionen von Jahren die charakteristischen Schichten aus Eisenoxiden und silikatreichen Mineralien.

Besonders faszinierend ist der Anteil des Tigerauges. Seine typische seidige Lichtreflexion, bekannt als Chatoyance oder Katzenaugeneffekt, entsteht durch eine außergewöhnliche Umwandlung mikroskopischer Mineralfasern in Quarzstrukturen. Dadurch scheint das Licht regelrecht unter der Oberfläche zu wandern.

Der metallisch wirkende Hämatit verleiht dem Stein Tiefe und Glanz, während der rote Jaspis für warme Kontraste sorgt. Das Ergebnis ist ein Material, das bei jedem Lichteinfall anders wirkt und jedes Zifferblatt zu einem Unikat macht.

Ein Material, das es nur an einem Ort der Welt gibt

Echtes Tiger Iron mit der idealen Zusammensetzung aller drei Bestandteile stammt ausschließlich aus der Pilbara-Region in Westaustralien, insbesondere aus den Hamersley Ranges.

Die dortigen Gesteinsformationen gehören zu den ältesten der Erde und entstanden vor etwa 2,7 bis 3 Milliarden Jahren.

Was schließlich auf dem Arbeitstisch eines Zifferblatt-Herstellers landet, ist ein Material, das älter ist als nahezu alles Leben auf unserem Planeten, und zu einer nur etwa 0,5 Millimeter dünnen Scheibe verarbeitet wird.

Die Herausforderung der Herstellung

Die Fertigung eines Tiger-Iron-Zifferblatts ist äußerst anspruchsvoll.

Die drei Mineralien besitzen unterschiedliche Härtegrade und Spannungsverhalten. Genau diese Schichtung, die optisch so beeindruckend wirkt, macht das Material gleichzeitig empfindlich.

Schon kleinste natürliche Einschlüsse oder Mikrorisse können während des Schleifens zum Bruch führen. Branchenkenner gehen davon aus, dass bei Natursteinzifferblättern Ausschussquoten von bis zu 80 Prozent entstehen können.

Zur Stabilisierung wird das Gestein auf eine dünne Metallbasis aus einer speziellen Kupfer-Zink-Zinn-Legierung aufgebracht. Dennoch bleibt jedes fertige Zifferblatt einzigartig und praktisch nicht reproduzierbar.

Selbst bei Servicearbeiten ist höchste Vorsicht geboten. Bereits das Abnehmen der Zeiger kann bei Natursteinzifferblättern Risiken bergen. Entsprechend gelten bei Rolex besondere Arbeitsanweisungen für diese Modelle.

Im Inneren arbeitet das Kaliber 3285

Unter dem außergewöhnlichen Äußeren schlägt das bewährte Rolex Kaliber 3285.

Zu den wichtigsten Merkmalen zählen:

70 Stunden Gangreserve
28.800 Halbschwingungen pro Stunde
Chronergy-Hemmung
Paraflex-Stoßsicherung
Freischwingende Microstella-Unruh
GMT-Funktion mit zweiter Zeitzone
Superlative Chronometer-Zertifizierung von Rolex

Die Ganggenauigkeit liegt bei beeindruckenden −2/+2 Sekunden pro Tag und übertrifft damit sogar die offiziellen COSC-Anforderungen.

Präsenz am Handgelenk

Am Handgelenk vermittelt die 126718GRNR genau das Gefühl, das man von einer massiven Gelbgold-Sportuhr erwartet: Präsenz, Wertigkeit und Charakter.

Das fünfgliedrige Jubilee-Band aus 18 Karat Gelbgold sorgt trotz des hohen Gewichts für hervorragenden Tragekomfort. Die applizierten Goldindizes sowie die mit Chromalight belegten Zeiger gewährleisten eine ausgezeichnete Ablesbarkeit , selbst vor dem lebhaften Hintergrund des Natursteins.

Besonders spannend ist der Kontrast zwischen der technisch-funktionalen GMT-Anzeige und einem Zifferblatt, dessen Entstehung Milliarden Jahre zurückreicht.

Fazit

Die Rolex GMT-Master II 126718GRNR ist keine Uhr für Menschen, die unauffällig bleiben möchten.

Sie kombiniert die bewährte Funktionalität einer GMT-Master II mit einem der außergewöhnlichsten Natursteinzifferblätter, die Rolex je verwendet hat. Hinter der luxuriösen Erscheinung verbirgt sich eine Uhr, deren Materialgeschichte lange vor der Existenz komplexen Lebens begann.

2,5 Milliarden Jahre Erdgeschichte, eingefangen auf einem 40-mm-Zifferblatt.

Eine Rolex, die nicht nur die Zeit misst, sondern auch von ihr erzählt.
 
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